Carsten Tauber

Erfahrungsbericht · 26.05.2013

Tschüss Facebook, ich gehe für immer!

Warum einer geht, der sich dort doch wohlfühlte? Am 22.12.2012 — am so genannten Weltuntergangstag — habe ich meinen Facebook-Account gelöscht. Nicht aus Beleidigung, nicht aus Depression: wegen des Konstrukts.

Original-Pfad /tschuess-facebook/ · 26.05.2013 · historisch ~143 Kommentare

Historischer Textkern aus dem Blog-Archiv (Wayback). Kommentare werden nicht migriert.

Facebook der Zeitkiller

Wer Facebook regelmäßig nutzt, kennt es: Mit steigender Kontaktzahl wird die Timeline unübersichtlich. Man könnte Freunde ausblenden oder entfreunden — eine Lösung ist das nicht wirklich. Und dann sind es doch die wertvollen Beiträge, die das Verlangen nach dem nächsten Update fordern. Schwupps, hängst Du wieder 5–10 Minuten fest.

Facebook und das geile Geld

Enttarnt durch den Börsengang 2012: nicht der Schritt an die Börse an sich, nicht die Kursentwicklung — sondern die Größenordnung. Rund 16 Milliarden USD Marktwert basierten auf Werbereichweite. Werbereichweite meint jeden einzelnen User. Wir sind das Kapital und die Kuh zugleich.

Produkt- und Markenempfehlungen von „Freunden“, die sich am Ende gar nicht erinnern, das beworbene Produkt zu kennen. Zielgruppen à la carte. Das ist kein Nebeneffekt — das ist das Produkt.

Facebook und die Daten

Facebook speichert nicht nur, was ich schreibe — sondern was andere über mich schreiben, was ich like, kommentiere, teile; wo ich war und wann. Gelöschte Inhalte sind aus Nutzersicht weg, aus Konzernsicht oft Material. Mein Appell an Zuckerberg damals: Verkauft Werbung an grob strukturierte Zielgruppen — aber lasst das weitere Intimleben eurer User aus dem Spiel.

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